Steuerklassenkombinationen: Welche passt zu euch?
Die klassische Kombination III/V erklärt, alternative Optionen mit dem Faktorverfahren, und wie ihr die beste Wahl für eure Situation trefft.
Artikel lesenWie eure Steuerklasse die Elterngeldberechnung beeinflusst, welche Kombination für Eltern mit Babys sinnvoll ist, und was ihr vor der Geburt planen solltet.
Das Elterngeld wird anhand eures durchschnittlichen Nettoeinkommens berechnet. Und genau hier kommt die Steuerklasse ins Spiel. Sie bestimmt, wie viel Steuern und Sozialversicherungsbeiträge von eurem Bruttoeinkommen abgezogen werden — was wiederum das Netto beeinflusst.
Das bedeutet: Eine ungünstige Steuerklassenkombination kann euer Elterngeld senken. Umgekehrt könnt ihr durch die richtige Wahl vor der Geburt mehrere hundert Euro pro Monat mehr bekommen. Das ist es wert, sich damit auseinanderzusetzen.
Das Elterngeld ersetzt bis zu 67 Prozent eures durchschnittlichen Nettoeinkommens der letzten zwölf Monate vor der Geburt. Das ist entscheidend: Es geht nicht vom Brutto aus, sondern vom Netto.
Euer monatliches Netto wird durch eure Steuerklasse bestimmt. Unterschiedliche Steuerklassen führen zu unterschiedlichen Abzügen.
Die letzten zwölf Monate werden zusammengezählt und durch 12 geteilt. Das ist euer maßgebliches Einkommen.
Davon werden 67 Prozent als Elterngeld gezahlt — maximal 1.800 Euro pro Monat, mindestens 300 Euro.
Konkrete Folge: Wenn dein Partner in Steuerklasse V ist, werden von seinem Netto mehr Steuern abgezogen als in Steuerklasse III. Das bedeutet: niedrigeres Netto, niedrigeres Elterngeld für den, der Klasse V hat.
Die klassische Kombination für Ehepaare ist III/V oder IV/IV. Aber für Eltern, die bald Elterngeld erhalten, kann sich die Wahl unterscheiden.
Das Ehepaar hat großen Einkommensunterschied? Dann ist III/V oft die bessere Wahl — für denjenigen mit höherem Einkommen die Klasse III, für den anderen Klasse V. Das spart zwar nicht unbedingt bei der Jahressteuererklärung, aber: Der Partner in Klasse III hat ein höheres Netto. Wenn dieser Partner das Elterngeld bezieht, ist die Berechnung günstiger.
Verdient ihr ungefähr gleich viel? IV/IV ist gerechter verteilt. Beide zahlen ähnliche Steuern, beide haben ähnliches Netto. Das ist transparent und fair — wenn auch nicht immer am günstigsten bei der Jahressteuererklärung.
Die beste Kombination hängt von euren individuellen Einkommen ab. Was für Familie A richtig ist, kann für Familie B falsch sein.
Der wichtigste Punkt: Die Steuerklasse wird anhand der Einkommen der letzten zwölf Monate berechnet. Das bedeutet, wenn ihr die Steuerklasse ändern möchtet, solltet ihr das rechtzeitig tun — idealerweise mindestens drei bis vier Monate vor dem errechneten Geburtstermin.
Ein Wechsel lohnt sich, wenn einer von euch demnächst das Elterngeld bekommen wird und die aktuelle Steuerklasse zu wenig Netto bringt. Rechnet vorher durch, wie viel Elterngeld ihr mit der aktuellen und mit einer anderen Kombination bekämt. Der Unterschied kann mehrere hundert Euro pro Monat sein.
Das stimmt nicht. Sie beeinflusst das Netto, und das Netto ist die Grundlage für die Elterngeldberechnung. Wer das ignoriert, verschenkt potenziell viel Geld.
Falsch. Die Berechnung basiert auf den zwölf Monaten davor. Ein Wechsel nach der Geburt ändert nichts an eurem Elterngeld — der Zeitpunkt war vorher entscheidend.
Das ist nicht automatisch wahr. Die jährliche Steuererklärung kann ergeben, dass ihr trotzdem Steuern nachzahlen müsst. Ihr solltet alle Faktoren zusammenbetrachten — nicht nur das monatliche Netto.
Dieser Artikel ist rein informativ und ersetzt keine persönliche Steuerberatung. Die Elterngeldberechnung und Steuerklassenwahl sind komplex und hängen von vielen individuellen Faktoren ab. Für euch spezifische Empfehlungen solltet ihr einen Steuerberater oder ein Finanzamt konsultieren. Jede Familie hat unterschiedliche Verhältnisse — was für andere richtig ist, kann für euch falsch sein.